08.02.2011 - Die kontinuierliche globale Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit in der Bevölkerung gleicht inzwischen einer weltweit grassierenden Pandemie. Diesen Eindruck vermittelt eine neue Studie, die auf sehr umfangreicher Datenbasis ein Bild der globalen Entwicklungstrends in den letzten 30 Jahren zeichnet.
Für ihre Analyse hat die Arbeitsgruppe um Dr. Majid Ezzati aus London für den Zeitraum zwischen 1980 und 2008 Daten aus epidemiologischen Studien mit ingesamt 9,1 Millionen untersuchten Teilnehmern im Alter über 25 Jahren in 199 Ländern der Erde zusammengetragen.
Weltweit ist demnach pro Dekade der mittlere Body-Mass-Index (BMI) bei Männern um 0,4 kg/m2 und bei Frauen um 0,5 kg/m2 angestiegen.
Allerdings differiert diese Entwicklung je nach Land oder Weltregion ganz erheblich. Am stärksten legte die Bevölkerung in den Ländern Ozeaniens (etwa Nauru, Cook-Inseln) an Gewicht zu. Unter den einkommensstarken Industrieländern waren die USA der Spitzenreiter bei der BMI-Zunahme (Männer 1,1 kg/m2, Frauen 1,2 kg/m2 pro Dekade).
Eine positive Überraschung: In den Ländern Zentral- und Westeuropas war zumindest bei Frauen in den letzten 30 Jahren im Schnitt nur eine minimale Gewichtszunahme zu verzeichnen. Etwas erfreulicher als die Gewichtsdaten sind die Ergebnisse zur Entwicklung beim Blutdruck. Hier ist seit 1980 eine leichte Abnahme der Blutdruckwerte erkennbar. Und auch die Cholesterinwerte sanken vor allem in den Industrieländern.